Praxisbeispiel Kanzlei · Stand: 25. Oktober 2026 · Rafal Otto, SupernovaIT · Lesezeit ca. 6 Minuten
Eine Anwaltskanzlei in Krefeld hat ihre Anrufe von Mitte April bis Ende August 2026 von unserem KI-Telefonassistenten annehmen lassen. In viereinhalb Monaten waren das 1.172 Anrufe. 42 % der Anrufer wollten einen Rückruf, 41 % hatten eine allgemeine Frage, und 18 % riefen außerhalb der Bürozeiten an. Ein Gespräch dauerte im Schnitt knapp eine Minute.

Kurz gesagt
- Zeitraum 17. April bis 31. August 2026, eine Kanzlei, 1.172 eingehende Anrufe, 439 verschiedene Rufnummern.
- Im Mai kamen 353 Anrufe, rechnerisch knapp 20 pro Arbeitstag.
- 489 Anrufer baten um Rückruf, 481 hatten eine allgemeine Frage zur Kanzlei, 101 hinterließen eine Nachricht, 43 wollten einen Termin.
- 207 Anrufe kamen außerhalb der Bürozeiten, davon 50 am Freitag nach 15 Uhr.
- Die Gesprächsminuten kosten zum heutigen Preis rund 320 € netto, mit Rufnummer rund 365 € für den ganzen Zeitraum.
Inhalt
Die Kanzlei und die Einrichtung
Die Kanzlei sitzt in Krefeld und ist montags bis donnerstags von 9 bis 17 Uhr und freitags von 9 bis 15 Uhr erreichbar. Sie möchte nicht namentlich genannt werden, hat der Veröffentlichung der Zahlen aber zugestimmt.
Der Assistent nimmt Anrufe im Namen der Kanzlei an und fragt nach dem Anliegen. Für jeden Anruf legt er ein Ticket mit Zusammenfassung und Dringlichkeit an, das das Team im Dashboard sieht. Rechtliche Einschätzungen und Auskünfte zu laufenden Verfahren gibt er nicht. Was dafür rechtlich nötig ist, beschreibt unser Ratgeber zu DSGVO, § 203 StGB und § 43e BRAO.
Bei eingehenden Anrufen unterscheidet der Assistent vier Anliegen: Rückruf anfordern, allgemeine Frage zur Kanzlei, Nachricht hinterlassen und Termin vor Ort.
Wie viele Anrufe kamen
| Monat | Anrufe |
|---|---|
| April (ab 17.) | 143 |
| Mai | 353 |
| Juni | 329 |
| Juli | 244 |
| August | 103 |
| Gesamt | 1.172 |
Mai und Juni waren die stärksten Monate. Im Mai gab es in Nordrhein-Westfalen 18 Arbeitstage, das ergibt knapp 20 Anrufe pro Tag. Im Juli und August gingen die Zahlen zurück.
Die Anrufe kamen von 439 verschiedenen Rufnummern. 209 Nummern riefen nur einmal an. 93 Nummern meldeten sich viermal oder öfter, und auf sie entfällt mehr als die Hälfte aller Anrufe. Das spricht dafür, dass vor allem Mandanten mit laufenden Angelegenheiten anrufen und nicht nur Neukunden.
Was die Anrufer wollten
| Anliegen | Anrufe | Anteil |
|---|---|---|
| Rückruf anfordern | 489 | 42 % |
| Allgemeine Frage zur Kanzlei | 481 | 41 % |
| Nachricht oder Anfrage hinterlassen | 101 | 9 % |
| Termin vor Ort | 43 | 4 % |
| keinem Anliegen zugeordnet | 58 | 5 % |
Rückrufwünsche und allgemeine Fragen machen zusammen mehr als vier Fünftel aus. Bei den allgemeinen Fragen geht es um Leistungen, Erreichbarkeit oder den Ablauf, also um Dinge, die der Assistent aus seinem Wissensstand über die Kanzlei beantworten kann. Ohne Assistenten wären viele davon wohl auf dem Anrufbeantworter gelandet und hätten einen Rückruf ausgelöst.
Als dringend stufte der Assistent keinen einzigen Anruf ein. 644 Anrufe bekamen die Stufe „niedrig“, 528 die Stufe „mittel“.

Wann angerufen wurde
Die meisten Anrufe kamen vormittags: zwischen 9 und 12 Uhr rund 450, also fast vier von zehn. Der Dienstag war mit 273 Anrufen der stärkste Wochentag, der Freitag mit 178 der schwächste Werktag.
Außerhalb der Bürozeiten kamen 207 Anrufe (18 %):
- 142 montags bis donnerstags vor 9 oder nach 17 Uhr,
- 50 freitags vor 9 oder nach 15 Uhr,
- 15 am Wochenende.
Der Freitagnachmittag fällt auf. Vermutlich rechnen viele Anrufer damit, dass eine Kanzlei bis 17 Uhr erreichbar ist, auch am Freitag. Weitere 208 Anrufe kamen werktags zwischen 12 und 14 Uhr, wenn im Sekretariat oft Mittagspause ist.
Der Assistent nahm also nicht nur abends ab: Mehr als vier Fünftel der Anrufe kamen während der Bürozeiten.
Was die Kanzlei mit den Anfragen gemacht hat
Das Team hat 1.029 Tickets als abgeschlossen markiert, das sind 88 %. Die übrigen standen beim Abruf der Zahlen noch auf „in Bearbeitung“.
Die Rückrufe hat die Kanzlei selbst erledigt. Der Assistent kann auch selbst zurückrufen, etwa um einen Termin zu bestätigen. Das kam im ganzen Zeitraum nur zwölfmal vor. Für eine Kanzlei ist das naheliegend: Rückrufe zu Mandaten gehören in die Hand des Anwalts oder des Sekretariats.
Was es gekostet hat
Abgerechnet wurden 1.066 Gesprächsminuten, im Schnitt 54 Sekunden pro Verbindung. Zum heutigen Preis von 0,30 € pro Minute sind das rund 320 € netto. Dazu kommt die Rufnummer mit ca. 9,99 € im Monat, für viereinhalb Monate also rund 45 €.
Zusammen ergibt das rund 365 € netto für 1.172 Anrufe, etwa 31 Cent pro Anruf oder gut 80 € im Monat. Die einmalige Einrichtung ist darin nicht enthalten; ihr Preis steht im Angebot.
Die Gespräche waren deutlich kürzer als in unserem Kosten-Ratgeber angenommen. Dort rechnen wir vorsichtig mit zwei Minuten pro Anruf. Wer seine eigenen Kosten schätzt, kann bei einem reinen Annahmedienst eher mit einer Minute rechnen.
Was sich auf andere Kanzleien übertragen lässt
Ein einzelnes Beispiel ist keine Statistik. Drei Beobachtungen halten wir trotzdem für übertragbar:
- Mehr als zwei von fünf Anrufern wollen zurückgerufen werden. Wichtig ist dann, dass die Rückrufliste vollständig ist und Name, Nummer und Anliegen enthält, nicht nur eine Nummer auf dem Display.
- Ein großer Teil der Anrufe sind allgemeine Fragen. Je besser der Assistent die Kanzlei kennt (Rechtsgebiete, Erreichbarkeit, Ablauf eines Erstgesprächs), desto weniger Rückrufe entstehen.
- Die Lücken liegen nicht nur nachts. Mittagspause und Freitagnachmittag bringen zusammen mehr Anrufe als Abende und Wochenenden.
Ob ein Telefonservice, eine Teilzeitkraft oder ein KI-Assistent besser passt, vergleichen wir im Ratgeber KI-Anrufbeantworter für Rechtsanwälte.
Wie wir die Zahlen erhoben haben
Alle Zahlen stammen aus dem Ticketsystem unserer Plattform und aus der Minutenabrechnung. Wir haben nur Summen abgefragt: Anzahl der Tickets nach Monat, Uhrzeit, Anliegen, Dringlichkeit und Status sowie die Gesprächsminuten. Gesprächsinhalte, Namen und Rufnummern haben wir für diesen Artikel nicht ausgewertet. Mehrere Anrufe derselben Nummer haben wir nur gezählt, nicht zugeordnet.
Die Uhrzeiten beziehen sich auf deutsche Zeit. „Außerhalb der Bürozeiten“ heißt: vor oder nach den Zeiten, die die Kanzlei im Assistenten hinterlegt hat.
Häufige Fragen
Wie viele Anrufe nimmt ein KI-Telefonassistent in einer Kanzlei an?
In diesem Beispiel waren es 1.172 Anrufe in viereinhalb Monaten, im stärksten Monat Mai 353, also knapp 20 pro Arbeitstag. Die Zahl hängt natürlich von der Größe der Kanzlei und davon ab, wann der Assistent Anrufe annimmt.
Wie viele Anrufer wollen zurückgerufen werden?
42 % der Anrufer baten um einen Rückruf. 41 % hatten eine allgemeine Frage zur Kanzlei, die der Assistent oft direkt beantworten kann.
Rufen viele Mandanten außerhalb der Bürozeiten an?
18 % der Anrufe kamen außerhalb der Bürozeiten, davon ein Viertel am Freitag nach 15 Uhr. Weitere 18 % kamen werktags zwischen 12 und 14 Uhr.
Was hat der Assistent in diesem Beispiel gekostet?
Zum heutigen Preis rund 320 € netto für 1.066 Gesprächsminuten, dazu rund 45 € für die Rufnummer. Das sind etwa 31 Cent pro Anruf. Die Einrichtung kommt einmalig hinzu.
Hat SupernovaIT für diesen Artikel Gespräche ausgewertet?
Nein. Wir haben nur Summen aus dem Ticketsystem und der Abrechnung abgefragt, keine Gesprächsinhalte, Namen oder Rufnummern. Die Kanzlei hat der Veröffentlichung zugestimmt.
Wie sähe das bei Ihnen aus?
Schätzen Sie, wie viele Anrufe Ihre Kanzlei pro Woche verpasst. Wir rechnen es mit Ihnen durch, und Sie können den Demo-Assistenten vorher selbst anrufen.
KI-Telefonassistent für Kanzleien →+49 2151 9131317 ↗Zahlen aus dem Ticketsystem und der Minutenabrechnung von SupernovaIT für eine Kanzlei in Krefeld, Zeitraum 17. April bis 31. August 2026, abgefragt am 25. Oktober 2026. Kosten zum Preis vom Oktober 2026 (0,30 €/Min eingehend, ca. 9,99 €/Monat Rufnummer), netto zzgl. 19 % MwSt. Die Kanzlei hat der Veröffentlichung zugestimmt.